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Medizinische Versorgung
Die ärztliche Versorgung der Bevölkerung wurde schon in früheren Zeiten durch die Schaffung der so genannten “Centros de Saúde” (Gesundheitszentren) flächendeckend dargestellt. Im einem Centro de Saúde stehen Krankenschwestern und Ärzte fast rund um die Uhr bereit, um die zahlreich erscheinenden Bürger zu versorgen. Für leichte Fälle stehen auch einige Krankenbetten zur Verfügung. Notfallpatienten und Unfallopfer werden von den „Bombeiros“ (der Freiwilligen Feuerwehr) versorgt und die Erkrankten oder Verletzten werden erforderlichenfalls nach Funchal in das einzige staatliche Krankenhaus der Insel gebracht.
Neben dem „Hospital“ (dem Städt. Krankenhaus) gibt es noch etliche „Clinica´s“. Die „Clinica´s“ sind Privatkliniken. Die Abrechnung erfolgt fast immer direkt – in bar oder per Scheck / Kreditkarte. Die Höhe der Kosten richten sich nach Behandlungsaufwand.
Eine Beratung/Behandlung bei einem niedergelassenen Arzt wird auch privat abgerechnet und kostet anno 2004 ab ca. 50 Euros (je nach Behandlungsaufwand).
Weitergehende Behandlungen, Untersuchungen bei Fachärzten, Laboruntersuchungen und Medikamente werden gesondert berechnet und sind deshalb auch separat zu begleichen. Die entstandenen Kosten müssen die Patienten dieser „Clinica´s“ und niedergelassenen Ärzte dann direkt mit ihrer jeweiligen Krankenkasse, Ersatzkasse oder privaten Krankenversicherung abrechnen. Da die Tarife der Clinicas und Ärzte allerdings weit über den staatlichen Verrechnungssätzen liegt, ist eine 100 %-ige Erstattung der Kosten durch die Heimatkrankenkasse nicht gewährleistet.
Für Patienten aus den Eu-Staaten mit gültiger Krankenversicherung im Heimatland läuft das Ganze etwas anders. Vor der Behandlung durch ein „Centro de Saúde“ oder durch das Hospital muss bei der „Segurança Social“ (der Sozialversicherung) in Funchal der mitgebrachte Eurokrankenschein der heimischen Ersatzkasse in einen portugiesischen Krankenschein umgetauscht werden. Dieser Schein berechtigt dann zur kostenlosen Behandlung in den medizinischen Einrichtungen des Staates. Sollte einem der Umtausch des Eurokrankenscheines nicht vor Behandlungsbeginn möglich sein, z.B. wegen Unfall oder akuter Erkrankung, muss der Umtausch umgehend nachgeholt werden. Eigenanteil an den Behandlungskosten sowie den Medikamentenkosten werden nach den in Portugal gültigen Regelsätzen ermittelt. In der Regel trägt die deutsche Krankenkasse aufgrund der niedrigeren portugiesischen Sätze die entstandenen Kosten dann zu 100%.
Der erhaltene Berechtigungsschein für staatliche Einrichtungen gilt nach dem Wissen des Autors nicht für die „privaten Clinica´s“.
Abschliessend zum Thema Gesundheitswesen kann noch gesagt werden, dass die medizinischen Leistungen von Hospital, Clinica´s und Ärzten durchaus dem deutschen beziehungsweise dem europäischen Standard entsprechen. Auch die medikamentöse Versorgung kann als gut bis sehr gut bezeichnet werden. Es kann lediglich vorkommen, dass aus dem Heimatland bekannte Medikamente durch in Portugal zugelassene Produkte mit den gleichen Wirkstoffen ersetzt werden müssen – was aber in der Regel nicht zu Problemen führt.
Es gibt zwar deutschsprachige Ärzte, allerdings wird im Normalfall englisch oder portugiesisch gesprochen. In den Touristikzentren von Funchal und dem im östlich von Funchal liegenden Küstenferienort Caniço de Baixo wird in einigen Apotheken sogar deutsch gesprochen.
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